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Ab ins Freie!

Dienstag, 15.12.2020, Universität, Forschen, Mitarbeiten

Sebastian Ruin, neuer Professor für Bewegungs- und Sportpädagogik, plädiert für mehr Aktivität trotz eingeschränkter Möglichkeiten

Wer Mannschaftssport als Hobby betreibt, hat zurzeit schlechte Karten. Die strengen Covid-Vorschriften machen jede Art von Training oder Wettbewerb unmöglich. Gerade für Jugendliche in der Pubertät wäre allerdings ein derartiger Ausgleich extrem wichtig für die Entwicklung. „Sie können sich messen und reiben und Erfahrungen von Sieg und Niederlage sammeln“, führt Bewegungspädagoge Sebastian Ruin aus. Dass wichtige sportliche Bereiche schon seit langer Zeit lahmgelegt sind, betrachtet er daher als sehr problematisch. „Natürlich ist ein regulärer Wettkampfbetrieb während der Pandemie ausgeschlossen. Aber ein Stück weit müsste man HobbyspielerInnen – insbesondere Teenagern – entgegenkommen“, meint er. Sein Vorschlag: sowohl in der Schule als auch im organisierten Sport Hygienekonzepte für Kleingruppen zu etablieren, wie es sie für Lehrveranstaltungen an der Universität auch gibt. Der Wissenschafter ortet fehlendes Bewusstsein, dass Spiel und Sport mehr sind, als nur die funktionale Bewegung. „Natürlich kann man auch laufen gehen, aber das ist eben vergleichsweise erfahrungsarm.“ So lange die gesetzlichen Rahmenbedingungen nichts anderes zulassen, müssen die Familien einspringen. „Da ist etwas Kreativität gefragt, um die Kinder auch zu motivieren“, weiß Ruin. Schneeballschlachten böten sich ebenso an wie andere Formen von spielerischer Bewegung oder kleine Wettbewerbe. Für leidenschaftliche KickerInnen müssen sich eben Eltern oder Geschwister als gegnerische Mannschaft zur Verfügung stellen.

Auf alle achten
Sebastian Ruin ist seit August dieses Jahres Professor für Bewegungs- und Sportpädagogik an der Universität Graz. Der gebürtige Deutsche erforscht unter anderem das Bildungspotenzial in Bewegung und Sport und sucht nach Möglichkeiten, dass auch häufig ausgegrenzte Gruppen – wie Menschen mit Behinderung oder Mädchen mit Migrationshintergrund – davon profitieren können. Wege dorthin wären etwa spezifische Angebote für Mädchen und Frauen in den Vereinen, um Barrieren abzubauen, ein niederschwelliges, kostengünstiges Angebot in den Schulen am Nachmittag und ein Ende des getrenntgeschlechtlichen Turnunterrichts. „Der zementiert nämlich die Vorstellung ein, dass Fußball Buben- und Tanzen Mädchensache ist. Stattdessen könnte man Gruppen beispielsweise auch leistungsbezogen aufteilen“, schlägt Ruin vor.

 

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