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Auf den Grund gegangen

Freitag, 17.08.2012, uni.on > Forschen, Forschen, Universität, uni.on > Top News

ForscherInnen sind dem Klimawandel mittels Tiefseebohrungen auf der Spur

Bis zu 2.000 Meter tief ist das Meer vor der Küste der iberischen Halbinsel. Ein internationales ForscherInnen-Team drang dort sogar noch weiter vor – 900 Meter bohrten die WissenschafterInnen in den Meeresboden, um Gestein zu erreichen, das über 5 Millionen Jahre alt ist. Das Ziel: Durch Untersuchungen an Steinen und Fossilien Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Meeresströmungen und Klimaveränderungen während der vergangenen 5,3 Millionen Jahre zu gewinnen. Mit dabei war auch Dr. Patrick Grunert vom Institut für Erdwissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz – als erster Österreicher überhaupt.


Acht Wochen verbrachte der Forscher gemeinsam mit 35 WissenschafterInnen aus aller Welt auf einem Bohrungsschiff vor Spanien und Portugal. „Der Tiefseeboden ist deshalb so gut für Bohrungsarbeiten geeignet, weil es dort kaum Abtragungsprozesse gibt und die entnommenen Gesteinsproben deshalb eine komplette, ungestörte Chronologie der Geschehnisse liefern können“, erzählt der Wissenschafter. Für das Forschungsteam von besonderem Interesse ist das Pliozän, zu dem man den Zeitraum von vor 5,3 bis 2,6 Millionen Jahren rechnet. Damals öffnete sich die heute als „Straße von Gibraltar“ bekannte Meeresenge, wodurch es erstmals zu einem Austausch zwischen Mittelmeer und Atlantik kam. Warmes und salzreiches Wasser floss aus dem Mittelmeer in den Nordatlantik, dieses Phänomen wird „Mittelmeerausstrom“ genannt. „Dieses neue Strömungsmuster beeinflusst das Klima, vor allem das in Europa, bis heute“, erklärt Grunert. „Der Ausstrom im Norden vermengt sich mit dem Golfstrom. Daraus entsteht ein wichtiger Motor für das Strömungssystem im Nordatlantik, das die nördlichen Teile Europas wärmt.“ Grunert will herausfinden, welche Rolle der Mittelmeerausstrom im Zusammenhang mit den – teilweise heftigen – Klimaschwankungen in der Vergangenheit spielt. In den kommenden Monaten wird der Forscher die rund 500 gewonnen Gesteinsproben auswerten. Erste Ergebnisse sind für 2013 zu erwarten.


Die Bohrungen fanden im Rahmen des „Integrated Ocean Drilling Program“ (IODP) statt. Österreich nimmt seit 2004 daran teil, den Mitgliedsbeitrag teilen sich die Österreichische Akademie der Wissenschaften ÖAW und Wissenschaftsfonds FWF.

>> Patrick Grunert ist heute auch "Steirer des Tages" der Kleinen Zeitung

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