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Die EU lernen

Montag, 06.05.2019, Universität, Studieren

Britta Breser erklärt, warum sich junge Menschen für Europa interessieren, aber nur selten zur Wahl gehen.

Die EU-Wahl rückt näher, doch kümmert uns, was im fernen Brüssel passiert? Welchen Einfluss haben schon die wenigen österreichischen Abgeordneten? Und was wird überhaupt im EU-Parlament entschieden? Fehlende Informationen halten besonders Jugendliche von den Urnen fern. Fachdidaktikerin Britta Breser arbeitet an Gegenstrategien.

Österreich ist neben Malta das einzige Land, in dem am 26. Mai schon ab 16 gewählt werden darf. Allerdings nutzten beim letzten europaweiten Urnengang nur 29,3 Prozent der unter 24-Jährigen diese Gelegenheit, im Vergleich zu 45,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. „Einer der Hauptgründe für junge Menschen, auf die Stimmabgabe zu verzichten, ist fehlende Information über die Union und ihre Institutionen“, weiß Britta Breser vom Fachdidaktikzentrum für Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung der Universität Graz. „Dabei sind die Jugendlichen generell an Politik und auch an Europa interessiert“, ergänzt die Wissenschafterin. Das sieht man etwa an der Anziehungskraft von Greta Thunberg. „Klima- und Umweltschutz ist den SchülerInnen ein großes Anliegen, noch vor der Zuwanderung von Flüchtlingen und mehr Verteilungsgerechtigkeit zwischen Arm und Reich.“
Über einzelne Themen und Entscheidungen – wie zuletzt etwa das neue Urheberrecht – sind die Teenager über Social-Media-Kampagnen im Detail informiert. „Sie können das aber schlecht einordnen und haben ein verzerrtes Gesamtbild. Was fehlt, ist strukturelles Hintergrundwissen“, so Breser. Dieses zu vermitteln, sieht sie als wichtige Aufgabe der Schulen. In ihren Kursen für Lehramtsstudierende und in Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrpersonen unterschiedlicher Schultypen widmet sie sich daher besonders der Politischen Bildung über Österreichs Grenzen hinweg.

Fehlendes Fach
Eine Hürde in der Vermittlung von EU-Themen in der Schule ist das Fehlen eines selbstständigen Fachs Politische Bildung. Viele LehrerInnen sind zudem selbst unsicher, was sich im Unterricht widerspiegelt. „Vieles wird hauptsächlich aus nationaler Perspektive geschildert. Es braucht aber eine transnationale Position, den Blick von einer anderen Ebene, um Entscheidungsprozesse nachvollziehbar und mitgestaltbar zu machen“, erklärt Breser.
Die Jugendlichen sind durch ihren digitalen Medienkonsum ständig mit transnationalen Informationen konfrontiert. „Hier müssen dringend die Konzepte zur Vermittlung von Demokratie angepasst werden. Besonders wichtig ist eine kritische Medienbildung, damit die unterschiedlichen Berichterstattungen auch richtig eingeordnet werden können“, betont die Forscherin.

In ihren Lehrveranstaltungen stellt die Fachdidaktikerin auch den persönlichen Kontakt zu RepräsentantInnen der EU her. „Dieser direkte Bezug und die Möglichkeit zum Austausch helfen, Institutionen besser verstehen und kritisch beleuchten zu können“, hat Breser beobachtet. Auch mit verschiedenen anderen Initiativen versucht das Fachdidaktikzentrum, LehrerInnen und Studierende für europäische Themen zu sensibilisieren. Eine davon ist die Koordination der Aktionstage zur Politischen Bildung in der Steiermark, die noch bis 9. Mai laufen.

Initiative der österreichischen Universitäten
Akademische Freiheit, internationale Vernetzung, Austauschprogramme für Studierende und WissenschafterInnen sind wesentliche Eckpfeiler für qualitätsvolle Ausbildung und Forschung. Die Österreichische Universitätenkonferenz und zahlreiche Hochschule weisen daher in einer Kampagne auf die Bedeutung der EU-Wahl hin: Universities vote for Europe

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