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Einsamer Einspruch

Eine Veranstaltungsreihe gedenkt Mexikos Protest gegen den „Anschluss“ Österreichs vor 80 Jahren

Der „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland jährt sich dieser Tage zum achtzigsten Mal. Ein vielfach unbekannter Aspekt der Geschehnisse des 12./13. März 1938 ist der Protest Mexikos vor dem Völkerbund gegen die Annexion Österreichs. ForscherInnen der Uni Graz erinnern gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in der Vortragsreihe „Flagrante Violación“ an diesen weltweit einzigartigen Akt der Solidarität, in dessen Folge Mexiko zu einem wichtigen Asylland für rund 1 500 verfolgte ÖsterreicherInnen wurde.

Dass diese Begebenheit der breiten Bevölkerung weitgehend unbekannt ist, mag damit zusammenhängen, dass der lateinamerikanische Staat relativ wenig Gewicht auf der diplomatischen Weltbühne hatte, erklärt Dr. Christian Kloyber, Direktor des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung. „Außerdem wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Nazi-Diktatur sowie die Beteiligung Österreichs daran gerne klein geredet, vergessen und verdrängt.“ In seinem Vortrag am 14. März befasst sich Kloyber mit der Haltung Mexikos gegenüber den Flüchtlingen. „Sie bereicherten das kulturelle Leben des Landes: SchauspielerInnen und KomponistInnen fanden zum Beispiel in der Filmindustrie ein neues künstlerisches Zuhause. Die Exil-ÖsterreicherInnen gaben auch eine dezidiert antifaschistische Zeitung heraus.“ Der zweite Vortrag, jener der Botschafterin Mexikos in Österreich, Buenrostro Massieu, konzentriert sich wiederum auf die historischen Zusammenhänge des Protests vor dem Völkerbund.

Nach den Vorträgen am 14. März folgen am 15. und am 21. März zwei Filmvorführungen. „Heute sind nur noch wenige ZeitzeugInnen am Leben, gerade deshalb ist der Dokumentarfilm ein wichtiges Medium, um ihre Stimmen festzuhalten und uns ein möglichst vielfältiges und realitätsnahes Bild zu vermitteln“, so Mag. Eva Feenstra vom Institut für Romanistik der Uni Graz. In „Visa al Paraíso“, zu sehen am 15. März ab 19 Uhr, führte Regisseurin Lillian Liberman über 15 Jahre hinweg Gespräche mit Menschen, die ihr Leben dem mexikanischen Generalkonsul in Marseille Gilberto Bosques sowie der Außen- und Asylpolitik der mexikanischen Regierung unter Lázaro Cárdenas (1934–1940) verdanken. Der Film „Volver la vista“ von Fridolin Schönwiese, zu sehen am 21. März, setzt der mexikanisch-österreichischen Freundschaft ein Andenken, indem er die Erfahrungsberichte von MigrantInnen in beide Richtungen beleuchtet.


Die Programmpunkte der Veranstaltungsreihe:

Mittwoch, 14. März 2018, ab 19:00 Uhr: Vorträge mit anschließender Publikumsdiskussion
Ort: Universitätszentrum Wall, Mehrzweckraum, Merangasse 70/EG, 8010 Graz

Donnerstag, 15. März 2018, ab 19 Uhr: Filmpräsentation „Visa al Paraíso“ mit anschließendem Publikumsgespräch
Ort: Universitätszentrum Wall, Seminarraum 1.010, Merangasse 70/1, 8010 Graz

Mittwoch, 21. März 2018, ab 19:00 Uhr: Filmpräsentation „Volver la vista“ mit anschließendem Publikumsgespräch mit Regisseur Fridolin Schönwiese
Ort: Universitätszentrum Wall, Seminarraum 1.010, Merangasse 70/1, 8010 Graz

Die Veranstaltungsreihe ist eine Zusammenarbeit des Instituts für Romanistik, des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung, des Center for Inter-American Studies, des Instituts für theoretische und angewandte Translationswissenschaft und der mexikanischen Botschaft.

 

>> Das genaue Programm

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