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Gefundenes Fressen

Freitag, 28.09.2012, uni.on > Top News, Universität, uni.on > Universität, Forschen, Naturwissenschaften

ForscherInnen fanden heraus, wie gestresste Krebszellen vom Immunsystem entdeckt und zerstört werden

Ein internationales Forscherteam, an dem unter anderem Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz beteiligt ist, kam einem bedeutenden Zusammenhang bei der Entstehung von Krebs auf die Spur. Die ForscherInnen stellten fest, dass sich Krebszellen, die eine zu hohe Chromosomenzahl aufweisen, gewissermaßen selbst zu erkennen geben und daraufhin vom Immunsystem liquidiert werden. Die aufschlussreiche Entdeckung wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Science“ publiziert.

 

„Abnormale Chromosomenzahlen können durch Fehler in der Zellteilung entstehen und durch Altern oder chemischen Stress ausgelöst werden“, erklärt Madeo. Zellen mit zu vielen Chromosomen-Kopien können weitere Mutationen erwerben, mit der Folge, dass sich die Zellen ungehemmt vermehren und einen Tumor bilden.

 

Hat sich das Erbgut in einer Zelle vervielfacht, löst das in einer Zellorganelle, dem sogenannten Endoplasmatischen Retikulum (ER), Dauerstress aus. Das wiederum führt dazu, dass das Protein Calreticulin aus dem ER an die Zelloberfläche wandert, wo es sonst fehl am Platz ist. Für das Immunsystem ist das ein Signal, die betroffenen Zellen zu zerstören, hat das Team um Projektleiter Guido Kroemer von der Universität Paris herausgefunden.
Diesen Zusammenhang zwischen Krebszellen mit zu vielen Chromosomen-Kopien und dem Immunsystem haben die WissenschafterInnen unter anderem in Gewebeproben von 60 Brustkrebs-Patientinnen entdeckt: Bei jenen, die auf Chemotherapien gut angesprochen hatten, waren mehr T-Killerzellen – Zellen des Immunsystems, die Krebszellen zerstören können – vorhanden und die wenigen übrig gebliebenen Tumorzellen hatten kleinere Zellkerne als bei Patientinnen, bei denen nach sechs Chemotherapie-Zyklen immer noch Brustkrebs deutlich erkennbar war. Die ForscherInnen vermuten, dass in den kleineren Zellkernen weniger Chromosomen vorhanden sind.

 

.Bei erfolgreicher Therapie würde also eine lokale Immunantwort mit kleineren Zellkernen einhergehen, während fehlender Behandlungserfolg von einem Fehlen der Immunantwort und größeren Zellkernen begleitet wird, schreiben die Forscher. Somit scheint eine erfolgreiche Therapie mit einem intakten Immunsystem Hand in Hand zu gehen.

 

>> APA-Meldung

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