Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Haltlos

Donnerstag, 07.04.2022, Klima, Forschen, presse, Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaften, Universität

Mit dem Klimawandel nimmt das Risiko für Hangrutschungen stark zu

Den Frühsommer 2009 werden die Menschen in der steirischen Region Feldbach nicht vergessen. Ungewöhnlich lang andauernde und heftige Niederschläge lösten in der Gegend innerhalb weniger Tage rund 3000 Hangrutschungen aus, die enorme Schäden verursachten. Ein internationales Team von ForscherInnen unter Leitung der Universität Graz hat anhand dieses Ereignisses exemplarisch den Einfluss von Klimawandel und Landnutzung auf das Risiko von Hangrutschungen in der Zukunft untersucht. „Schreitet die Erwärmung ungebremst fort, wird die Gefahr deutlich steigen und die Anzahl an Rutschungen deutlich zunehmen“, sagt Douglas Maraun, Erstautor der Studie, die soeben im Journal Communications Earth & Environment erschienen ist.

In ihrer Arbeit haben die WissenschafterInnen das Ereignis von 2009 unter Annahme verschiedener plausibler Entwicklungen von Klima und Landnutzung simuliert. „Das Worst-Case-Szenario ergibt sich bei einem Temperaturanstieg um vier Grad, die günstigste Entwicklung bei einer Beschränkung der Erwärmung auf 0,5 Grad“, fasst Maraun ein Ergebnis zusammen. „Wenn es gelingt, den Temperaturanstieg ab jetzt auf ein halbes Grad – wie im Klimaziel von Paris vereinbart – zu begrenzen, ließe sich – in Kombination mit der Aufforstung besonders gefährdeter Gebiete – das Risiko für Hangrutschungen auf dem Niveau von heute halten“, hat der Forscher vom Wegener Center der Universität Graz auch eine gute Nachricht.

Die Studie verdeutlicht unter anderem das Zusammenspiel von Regen und Bodenfeuchte im Klimawandel. „In jenen Szenarien, die sich als die wahrscheinlichsten erwiesen haben, steigen die Niederschlagsintensitäten stark, während sich die Bodenfeuchte nicht verändert bzw. nur wenig abnimmt“, berichtet Maraun. Ein aufgeweichter Untergrund begünstigt das Abrutschen von Hängen. Bäume könnten das Risiko deutlich verringern. Auch das zeigen die Simulationen. Am stärksten ist die schützende Wirkung bei Mischwald, der den Boden am effektivsten festigt. Das trifft sich mit der ohnehin notwendigen Umstellung von Fichtenmonokulturen auf Mischwald, da dieser Nadelbaum den steigenden Temperaturen im Klimawandel nicht mehr gewachsen ist.

Publikation
A severe landslide event in the Alpine foreland under possible future climate and land-use changes
Douglas Maraun, Raphael Knevels, Aditya N. Mishra, Heimo Truhetz, Emanuele Bevacqua, Herwig Proske, Giuseppe Zappa, Alexander Brenning, Helene Petschko, Armin Schaer, Philip Leopold and Bryony L. Puxley
Communications Earth & Environment, DOI: 10.1038/s43247-022-00408-7

Ausstellung
Ergebnisse der Studie werden auch in der Ausstellung „Boden in Bewegung. Hangrutschungen im Klimawandel“ präsentiert. Die Sonderschau ist noch bis 17. Juli 2022 im Naturkundemuseum Joanneum in Graz zu sehen.

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:

Ende dieses Seitenbereichs.