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Im Schaufenster

Mittwoch, 10.02.2021, Universität, Studieren

Wie gelingt ein online Sprachkurs? Daniela Unger-Ullmann gibt Tipps für Lehrende und TeilnehmerInnen 

Seit fast einem Jahr wird hauptsächlich online gelehrt und gelernt. Herausfordernd ist das allemal, besonders, wenn es um Sprachunterricht geht. Grammatik pauken, Wortschatzübungen austauschen oder einfach Konversation machen: all das ist in der virtuellen Welt nicht ganz so einfach. Daniela Unger-Ullmann, Leiterin von treffpunkt sprachen an der Universität Graz, erklärt, wie ein online Sprachkurs dennoch gelingen kann und warum die investierte Zeit gerade jetzt besonders gut angelegt ist. 

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen Präsenz- und digitalem Sprachunterricht?
Die digitale Form erfordert eine ganz andere Art der Vorbereitung. Man könnte glauben, dass es einfacher ist, sich vor einen Laptop zu setzen und das eigene Programm „herunterzuspulen“. Weit gefehlt – die digitale Lehre offenbart alles! Während im Präsenzunterricht sich die meisten TeilnehmerInnen vermutlich gar nicht 90 Minuten lang auf den/die Vortragende konzentrieren können, stehen Lehrende im online Kurs permanent voll im „Schaufenster“. Gerade deshalb ist es für einen professionellen Auftritt wichtig, mit den technischen Grundlagen sehr gut vertraut zu sein und gleichzeitig auch auf persönliche Details zu achten. 


Welche Tipps haben Sie für Lehrende parat? Gibt es No-Gos für die online Lehre?
Ein No-Go ist jedenfalls mangelhaftes technisches Equipment. Wir alle wissen, wie frustrierend eine schwache Internet-Verbindung, schlechte Ton- oder Bildqualität und störende Nebengeräusche sind. Hat man sichergestellt, dass diese Grundlagen einwandfrei funktionieren, sollte man sein Homeoffice und auch sich selbst einem kritischen Blick unterziehen: Blendet die Lichtquelle im Raum? In welchem Winkel zur Kamera sitze ich? Lenkt meine Kleidung vielleicht von dem Inhalt ab, den ich vermitteln möchte? All das bekommt viel mehr Aufmerksamkeit vom Publikum, als man vielleicht selbst glaubt. Schon alleine deshalb ist es nicht ratsam, den Kurs, so wie man ihn in Präsenz halten würde, eins zu eins in den virtuellen Raum übertragen zu wollen.  


Wie gestaltet man den online Sprachunterricht so, dass er spannend bleibt? 
Man sollte überlegen: wie kann ich die Kommunikationstools, die ich nutze, am besten zum Einsatz bringen? Wie kann ich das Optimale aus der momentanen Situation herausholen? Derzeit sind persönliche Kontakte eingeschränkt. Den Austausch der Teilnehmenden untereinander können Lehrende zum Beispiel stärken, indem sie ihnen interaktive Arbeitsaufträge geben. In break-out rooms können die Teilnehmenden zuerst in Kleingruppen gemeinsam Antworten auf Fragen zu einem Generalthema entwerfen, die dann mit der gesamten Gruppe besprochen werden. Im Präsenzunterricht stehen Lehrende oft vor dem Problem, dass sich schüchterne Personen weniger häufig zu Wort melden. Hier kann die digitale Lehre sogar von Vorteil sein, weil die physische Dominanz vermindert ist. Vor dem Laptop sind wir sozusagen „alle gleich“. 


Was raten Sie den Kursteilnehmenden? Für viele ist es demotivierend, alleine zuhause zu lernen. 
Wichtig ist zunächst ein Lernplatz in den eigenen vier Wänden, an dem man sich wohlfühlt und der nicht ablenkt. Wer dauernd auf schmutziges Geschirr in der Abwasch schielt, wird sich nicht konzentrieren können. Dann ist es ganz wichtig, den Lehrenden sofort rückzumelden, wenn sich das Gefühl der Überforderung einstellt. Oft tun sich Vortragende, die noch nicht viel Erfahrung in der digitalen Lehre haben, schwer damit, den Arbeitsaufwand eines online Kurses einzuschätzen. Wer sich demotiviert fühlt, sollte auf jeden Fall unsere SprachLernBegleitung nutzen. Das sind speziell ausgebildete Coaches bei treffpunkt sprachen, die zwar keinen Nachhilfeunterricht anbieten, aber gute Tipps zum effektiven Lernmanagement geben können. Ich rate allen: Seid keine EinzelkämpferInnen! Meldet euch, wenn es Probleme beim Lernen oder im Kurs selbst gibt, damit wir gemeinsam Lösungen finden können. 
 

Viele Menschen möchten eine Sprache lernen. Warum ist auch jetzt dafür eine gute Zeit?
Gerade in herausfordernden Lebensphasen ist es wichtig, etwas für sich selbst zu tun. Eine Fremdsprache bringt Farbe in einen grauen Alltag und ist die beste Basis dafür, dass ein Aufenthalt im Ausland noch intensiver wahrgenommen werden kann. Ich denke, wir alle sehnen uns nach dem persönlichen Austausch abseits der Arbeit und nach dem Gefühl, über Sprachen andere Kulturen zu entdecken. Wenn reisen wieder möglich sein wird, dann kann man mit Sprachkenntnissen im Gepäck noch befreiter losstarten. 

 

Wer sich jetzt gleich weiterbilden möchte, kann sich bei treffpunkt sprachen vom 15. bis 22. Februar 2021 für einen Online-Fremdsprachenkurs einschreiben. 
>> Nähere Informationen zum Kursangebot und zur Anmeldung
 
 

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