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Religiosität als Lebensmodell

Montag, 21.12.2020, Forschen

Gabriel Malli erforscht im Graduiertenkolleg „Resonante Weltbeziehungen“ die Verschleierung in deutschsprachigen „YouTube“-Videos

Wie werden die Geschlechterrollen von MuslimInnen auf der Plattform „YouTube“ dargestellt? Das schaut sich Gabriel Malli im Zuge seiner Forschungen an. Speziell die Verschleierung in deutschsprachigen Videos ist im Blickfeld des Soziologen. „Die Clips spiegeln wider, wie sich vor allem junge MuslimInnen in der westlich geprägten Gesellschaft selbst verstehen und mit dem Umfeld in Beziehung treten“, schildert Malli. „Auch in sozialen Medien lässt sich klar erkennen, es gibt nicht nur den einen Islam.“ Das Bild bestimmen Vielfalt und Breite.

Seine Doktorarbeit, die er Ende des kommenden Jahres abschließen will, kann somit zur Debatte zum Islam in Österreich einen aufklärenden Beitrag leisten. Die Vielschichtigkeit müsste man in der Debatte verstärkt thematisieren. Ebenso sollte man akzeptieren, dass gewisse Formen von Religiosität für manche junge Menschen ein attraktives Lebensmodell sind.
„Ein Kopftuch zu tragen, geht nicht immer mit Unterdrückung und Zwang einher“, bestätigt der Doktorand. Das belegen Videos, die muslimische Moralvorstellungen und westlich geprägte Kultur miteinander verbinden. „In erster Linie treten hier Frauen als Influencerinnen auf. Das Spektrum reicht von religiös korrektem Shopping über modisches Kopftuch-Styling bis hin zu Beauty-Tipps.“
Neben diesem Modell hat Gabriel Malli zwei weitere identifiziert, die oft aufeinander Bezug nehmen. Eines umfasst jene Videos, worin etwa Prediger eine strikte Einhaltung der Regeln und Abkehr von westlichen Geschlechterpraktiken verlangen. Im dritten Modell setzten sich die Filme eher kritisch mit strengreligiösen Lebensweisen, aber auch Stereotypen über MuslimInnen auseinander. Malli: „Ein typisches Format sind satirische Produktionen.“

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