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Wortschatz heben

Montag, 11.10.2021, Universität, Forschen, Karriere & Ehrungen

Wie Kinder besser lesen lernen: Materialien der Uni Graz unterstützen Unterricht in der Volksschule

An einer Universität ist es nur schwer vorstellbar: Es wird weniger gelesen. Und auch schlechter. Das beginnt schon früh in der Volksschule. In Österreich können 18 Prozent der Zehnjährigen nur unzureichend sinnerfassend lesen, so der Bildungsbericht 2018. Auf der anderen Seite sind wiederum acht Prozent der Kinder lesestark. Wie können LehrerInnen ungleiche Niveaus in einer Klasse unter einen Hut bringen? Susanne Seifert, Lisa Paleczek und Barbara Gasteiger-Klicpera, Bildungsforscherinnen an der Universität Graz, haben Materialien für einen differenzierten Leseunterricht erarbeitet, die das gemeinsame Arbeiten an einem Thema in der gesamten Klasse ermöglichen.
Dafür gab es kürzlich das Europäische Sprachensiegel. Damit zeichnet das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum im Auftrag des Bildungsministeriums und der Agentur für Bildung und Internationalisierung OeAD herausragende Initiativen im Bereich des Lehrens und Lernens von Sprachen aus.

Es ist die Welt im Kleinen. Kinder mit zehn und mehr unterschiedlichen Erstsprachen sitzen oft in Volksschulklassen nebeneinander. „LehrerInnen müssen allerdings oft Unterlagen verwenden, die diese Unterschiede im gemeinsamen Unterricht nicht berücksichtigen“, weiß Susanne Seifert vom Institut für Bildungsforschung und PädagogInnenbildung. Diese Lücke schließen Materialien, die Seifert zusammen mit ihrer Kollegin Lisa Paleczek unter Leitung von Barbara Gasteiger-Klicpera speziell für die zweite und dritte Klasse entwickelt hat.
Beim Projekt DILU (differenzierter Leseunterricht) handelt es sich um Texte und Aufgaben, die nicht nur auf die sprachlichen, sondern auch kulturellen Unterschiede eingehen, bekräftigen die beiden Wissenschafterinnen. So heißt einer der Titelfiguren Hasan, die Inhalte erklären in Österreich verankerte Feste, wobei gleichzeitig Raum für andere Kulturen geschaffen wird, spielerisch wird aber auch mit Klischees etwa in Berufen aufgeräumt.

„Defizite im Wortschatz werden ebenso verringert“, erläutert Paleczek. Dabei helfen unterschiedliche Formate: von Textarbeit über Wimmelbilder bis hin zu Puzzles. „Sprachenvielfalt wird auch wertgeschätzt, weil die Kinder Begriffe ihrer Erstsprache einbauen können.“
Zahlreiche LehrerInnen setzen die Materialien bereits ein – mit Erfolg, wie Susanne Seifert bestätigt. Eine umfassende Studie hat ergeben, dass die Lesefähigkeit bei VolksschülerInnen der zweiten Schulstufe dadurch gestärkt werden konnte. Wesentliche Elemente der Materialien finden sich daher auch in Folgeprojekten wieder.

Die Unterlagen sind kostenlos zum Herunterladen verfügbar. >> Mehr erfahren

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