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Politik Café

Thursday, 16 April 2015

Theologe Paul Zulehner diskutierte über Zölibat, Wiederverheiratete in der Kirche und Bischof

Ein steirischer Dechant, der seine Kirchenämter niederlegte, um zu heiraten. Ein neuer Bischof für die Diözese Graz-Seckau, der große Erwartungen weckt. Viele aktuelle Themen kamen am 15. April 2015 im Politik Café aufs Tapet. Zu Gast bei der Uni-Graz-Veranstaltungsreihe im Opern Café unter der Leitung von Rechtswissenschafter Markus Steppan war der bekannte Philosoph und Religionssoziologe Paul Zulehner. „Wie kommen wir in pastoralen Belangen an die Lebensnähe der Menschen heran“, adressierte Zulehner als zentrale Frage an die Kirche. Schon in den 1980er-Jahren gab es Überlegungen analog zur Ostkirche Sakramente für Wiederverheiratete auch in der Römisch-Katholischen Kirche zu ermöglichen. „Es scheint sich jetzt einiges zu ändern“, setzte der progressive Theologe große Hoffnungen in Papst Franziskus. Und ergänzte: „Wir kommen sehr in Bewegung, wenn die Knebelung des römischen Zentralismus zu Ende geht."

Sowohl Ehe als auch Ehelosigkeit bezeichnete Zulehner provokant als sehr risikoreiche Lebensformen, wie auch die hohe Scheidungsrate unter evangelischen PriesterInnen zeige. Der Zölibat sei jedoch keinesfalls dafür ausschlagebend, dass man ein guter Seelsorger sei. „Ein Priester muss nicht unbedingt ein Mann sein“, so der Gast.
Den neuen steirischen Bischof Wilhelm Krautwaschl sah Zulehner grundsätzlich positiv, kritisierte aber den Wahlmodus: „Wir brauchen mehr Beteiligung des gläubigen Volkes.“

Die Veranstaltungsreihe „Politik Café“, Teil der 7. fakultät, des Zentrums für Gesellschaft, Wissen und Kommunikation der Uni Graz, wird am 14. Oktober 2015 mit Irmgard Griss, Vorsitzende der Hypo-Untersuchungskommission, fortgesetzt.

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