Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Fein daheim?

Montag, 03.05.2021, presse, Universität, Forschen, Mitarbeiten

Uni-Graz-Studie untersucht Erfahrungen im Homeoffice

Den Laptop am Küchentisch, Internet-Ausfall während der Videokonferenz, quengelnde Kinder statt Austausch mit dem Team: Zu Beginn der Pandemie hat sich besonders für viele Eltern die Arbeit von zu Hause aus angefühlt wie ein Tanz auf dem Vulkan. 30 Prozent der steirischen Betriebe beschäftigen ihre MitarbeiterInnen zumindest teilweise nach wie vor im Homeoffice. Wie das zufriedenstellend organisiert werden kann, zeigt eine Studie der Universität Graz. Wesentliche Aspekte sind Mitbestimmung und klar definierte Rahmenbedingungen, wie sie auch das neue Gesetz vorsieht.

Renate Ortlieb und ihr Team vom Institut für Personalpolitik der Universität Graz haben zwischen November 2020 und Feber 2021 sowohl Personalverantwortliche in 300 Unternehmen als auch rund 250 ArbeitnehmerInnen mit Homeoffice-Erfahrung befragt. „Etwa zwei Drittel der Beschäftigten berichten, dass sie zuhause fokussierter und produktiver sind, 80 Prozent können sich ihre Zeit flexibler einteilen“, fasst die Professorin einige positive Rückmeldungen zusammen. Der größte Nachteil ist der Mangel an persönlichen Kontakten. Manchen fällt es außerdem schwerer, Feierabend zu machen. Und ein erheblicher Teil der Eltern war durch fehlende Kinderbetreuung und geschlossene Schulen massiv überlastet. Weitere Minuspunkte für ArbeitgeberInnen wie Beschäftigte sind Unklarheiten über Dienstzeiten, Verfügbarkeiten und die Bewertung der geleisteten Arbeit.

In der Studie hat sich außerdem gezeigt, dass überall dort, wo die Beschäftigten in Entscheidungsprozesse über die Tätigkeiten im Homeoffice eingebunden waren, auch längerfristig ein größeres Interesse an dieser Arbeitsform besteht. Damit diese in Zukunft mehr Vor- als Nachteile bringt, empfiehlt Renate Ortlieb: „Aufgaben, Ziele, Termine und Zeiten der Erreichbarkeit müssen klar definiert sein. Außerdem braucht es Regeln und Gelegenheiten zur Kommunikation im Unternehmen.“ Dazu dienen etwa Videokonferenzen oder Chatgruppen. „Sofern es die Infektionslage und die persönliche Situation zulassen, sollten Teammitglieder die Gelegenheit haben, mindestens ein bis zwei Tage in der Woche an ihren üblichen Arbeitsplatz zu kommen. Das fördert den Austausch und erhöht die Zufriedenheit“, ergänzt die Forscherin.

Achilles-Ferse
Ausreichend Augenmerk müsse man auch auf die technische Ausstattung legen, empfiehlt Ortlieb. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Datensicherheit, wie Stefan Thalmann vom Business Analytics and Data Science Center der Universität Graz ergänzt. „Wir haben in einer Umfrage mit über 200 Angestellten festgestellt, dass ein Großteil der steirischen Unternehmen während der Pandemie Angriffen über das Internet ausgesetzt war und dass Homeoffice-Situationen oft gezielt ausgenutzt wurden“, so der Wissenschafter. Nur gut die Hälfte der Beschäftigten hat allerdings ein ausreichendes Bewusstsein für Cybersecurity. Daher empfiehlt Thalmann regelmäßige Informationsoffensiven und Awareness-Schulungen – mit besonderem Bezug zur Arbeit von zu Hause aus.
Mehr Infos dazu

Bewährt
Die in der Notsituation installierten technischen Lösungen wollen die steirischen Unternehmen auch nach der Pandemie großteils beibehalten. Ebenso plant gut die Hälfte der befragten Firmen, in Zukunft mehr Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Das wünschen sich auch rund 50 Prozent der Beschäftigten, allerdings nicht vollständig, sondern nur an einigen Tagen und möglichst nach freier Wahl.

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der vom Land Steiermark geförderten Studie gibt es online.

Nähere Infos zum Business Analytics and Data Science Center

 

 

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:

Ende dieses Seitenbereichs.